Die Chronik des Modellbau Club München e.V
Am 21. Januar 1970, trafen sich zehn begeisterte Modellflieger im heute noch benutzten Clubheim, um einen neuen Verein, den Modellbau Club München e.V. (MCM), zu gründen. Drei der damaligen Gründungsmitglieder gehören noch heute dem Verein an. Der Verein bestand im ersten Jahr hauptsächlich aus Frei- und Fesselfliegern mit einigen wenigen Fernsteuerfliegern. Wegen dieser unterschiedlichen Disziplinen hatte der Verein in den Anfangsjahren drei Fluggelände zum Training und zur Durchführung der entsprechenden Wettbewerbe. Die Fernsteuerflieger hatten ihr Fluggelände auf dem Truppenübungsgelände "Feldmochinger Anger" westlich der Ingolstädterstrasse und "lebten" in gutem Einvernehmen mit der Bundeswehr. Man konnten auf diesem Gelände ungestört - sieht man von einigen Scharmützeln mit der Schäferin ab - bis zum Jahre 1992 fliegen. Als dann das Gelände im Jahr 1992 von der Bundeswehr an das Bundesvermögensamt übergeben wurde, wurden dem Verein der jährliche Pachtzins, der 22 Jahre lang 240 Mark/Jahr betragen hatte, auf 13.500 Mark/Jahr erhöht und zum Ausgleich das Befahren des Geländes verboten.
Durch die Bemühungen des damaligen Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München, Herrn Georg Kronawitter, fand der MCM auf dem ehemaligen Verkehrsflugplatz München Riem eine neue Bleibe. Durch die Umwandlung des Geländes in einen Landschaftspark (BUGA 05) waren aber die Tage dieses Geländes gezählt. Für das neue Jahrtausend fand sich aber nach langer Suche östlich des alten Geländes in Salmdorf eine neuer Platz auf dem Gemeinegebiet von Haar.
Bis zum heutigen Tag waren insgesamt rund 280 Modellflugsportler Mitglied des MCM. Durch die natürliche Fluktuation beträgt die Mitgliederzahl heute ca.130, mit steigender Tendenz, was viele Aufnahmeanträge jedes Jahr beweisen. Der kontinuierliche Anstieg der Mitgliedszahlen in der Vergangenheit hängt auch damit zusammen, dass der MCM im Gegensatz zu vielen anderen Münchner Modellflugsportvereinen zu keinem Zeitpunkt irgendeine Begrenzung der Mitgliederzahl anstrebte, die zu einem Aufnahmestopp geführt hätte.
Wir können mit Stolz feststellen, dass auf sportlichem Sektor der MCM mit 77 Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften in den Klassen F3B, F3J und F1C in der bisherigen Vereinsgeschichte mit Sicherheit zu einem der erfolgreichsten Vereinen Deutschlands, wenn nicht sogar weltweit, zu zählen ist. Auch bei der Ausrichtung von Wettbewerben setzte und setzt der MCM Masstäbe. So wurden in den vergangenen 35 Jahren auf allen vom MCM durchgeführten Wettbewerben etwa 4.000 Piloten aus dem In- und Ausland, im Durchschnitt also rund 120 Piloten pro Jahr, betreut. Wie wir meinen, ist dies ebenfalls stolze Bilanz, auch für die Stadt München.
Wegen des großen Interesses an den "Oktoberfestpokal-Wettbewerben" der Klasse F3B wurden in den Jahren 1989 und 1991 Teilnehmerbegrenzungen eingeführt, um in der Lage zu sein, an zwei Wettbewerbstagen drei komplette Durchgänge fliegen zu können. Durch diese Teilnehmerbegrenzung traten immer wieder Härten bei der Absage auf, so dass man sich entschloss, den achtzehnten "Oktoberfestpokal-Wettbewerb" 1993 erstmalig an drei Tagen durchzuführen, um allen Interessenten die Möglichkeit der Teilnahme einzuräumen.
Der MCM hat von Anfang an versucht, die Oktoberfestpokal- Wettbewerbe" durch entsprechende Sachpreise für die Teilnehmer attraktiv zu machen. Aus diesem Grund waren schon in der ersten Ausschreibung fünf Inserenten aus der Modellbau-Branche vertreten, die uns im Gegenzug für die kostenlos geschalteten Anzeigen in der Ausschreibung Sachpreise zur Verfügung stellten. Die "Oktoberfestpokal- Wettbewerbe" hatten von Anbeginn an immer einen "Schirmherrn". Als die Wettbewerbe auf dem Truppenübungsplatz "Feldmochinger Anger" stattfanden, waren dies jeweils die Standortkommandanten des Standortes München. Als sich der Besitzerwechsels des Fluggeländes von der Bundeswehr an das Bundesvermögensamt abzeichnete, wurde der damalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Georg Kronawitter, gebeten, die Schirmherrschaft für den "Oktoberfestpokal-Wettbewerb" zu übernehmen. Da der MCM dem Oberbürgermeister durch die häufige Anwesenheit von MCM-Mitgliedern bei den Sportlerehrungen der Landeshauptstadt München bekannt war, wurde dieser Bitte gern entsprochen. Herr Georg Kronawitter hat für die Jahre 1991, 1992 und 1993 die Schirmherrschaft übernommen. Ab 1994 übernahm sein Amtsnachfolger Christian Ude die Schirmherrschaft. Seit 2001 haben wir Herrn Helmut Dworzak den Bürgermeister der Gemeinde Haar als zweiten Schirmherrn.
Der MCM hat von Anbeginn intensiv Jugendarbeit betrieben. Es werden in den Wintermonaten Baukurse durchgeführt, und die Jugendlichen werden bei ihren ersten Flugversuchen mit ferngesteuerten Modellen durch erfahrene Vereinsmitglieder betreut. Für jugendliche Anfänger, die noch kein Flugmodell und keine Fernsteueranlage besitzen, hat der MCM durch die Firma Graupner zwei Elektro-Junior mit einer Fernsteueranlage für den Lehrer/Schüler-Betrieb bekommen. Dadurch ist es möglich, Jugendliche ohne grosse finanzielle Investitionen zunächst einmal am Flugbetrieb teilnehmen zu lassen. Wir hoffen, dass der Modellbau Club München auch in den nächsten Jahren eine starke Gemeinschaft bleibt, in der weiterhin erfolgreich Modellflugsport betrieben wird, aber auch das Gesellige nicht zu kurz kommt.
Die Mitglieder des MCM sind nicht nur sehr aktiv (und auch erfolgreich) bei der Teilnahme an Wettbewerben der Klassen F3A, F3B, F3J und F3K, sondern engagieren sich auch sehr stark in nationalen und internationalen Fachgremien, die sich mit der Festlegung der Wettbewerbsregeln und dem Ablauf des Sportgeschehens befassen.
Im Fachausschuß Fernlenkflug des DAeC (Deutscher Aero Club) und in der CIAM (Commission International Aero Modellisme) der FAI (Fédération Aéronautique International) sind im Augenblick folgende Mitglieder des MCM tätig:
|
F3A |
Kunstflug Motormodelle |
Michael Ramel |
(DAeC, CIAM) | |||
|
F3B |
Segelflugmodelle |
Ralf Decker |
(DAeC, CIAM) | |||
|
F3J |
Thermik-Segelflugmodelle |
Philip Kolb |
(DAeC, CIAM) | |||
|
|
|
|
|
Karl Hinsch |
(DAeC) | |
|
F3K |
Wurfgleiter |
Alexander Wunschheim |
(DAeC) |


